Fashion Revolution Week und Weltladentag: Kampagne für nachhaltige Entwicklungsziele

Thema des Monats April und Mai

 

Vom 23. April bis 3, Mai läuft bzw. lief unsere Aktion „Fashion Revolution Week“ mit der wir Akzente für eine politische Lösung der Kleiderproblematik setzten. Denn allen Konsumenten und Konsumentinnen ist zwar bewusst, dass die in Deutschland angebotene Bekleidung zum größten Teil unter menschen-unwürdigen Bedingungen entsteht – egal, ob sie zum Spottpreis oder mit Nobel-Logo angeboten wird. Doch wenn es darum geht, daran etwas zu ändern, herrscht große Ratlosigkeit. Es hilft zwar durchaus, wenn man sich bemüht beim Textilienkauf auf Langlebigkeit zu achten oder sich an Kleidertauschaktionen zu beteiligen. Ein kleines Angebot fair produzierter Kleidung gibt durchaus, u.a. bei uns im Weltladen. Wirklich ändern kann sich die Situation der Näherinnen und entlang der weltweiten Lieferkette aber nur, wenn die Politik verbindliche, einklagbare Rahmenbedingungen setzt.

Dazu haben auf UN-Ebene zahlreiche Staaten, überwiegend Entwicklungsländer, und hunderte zivilgesellschaftlicher Organisationen die Entwicklung eines internationalen Abkommens zum Umgang mit Menschenrechts- und Umweltverletzungen durch Unternehmen gefordert. Bereits im Juni 2014 beschloss der UN-Menschenrechtsrat die Einrichtung einer zwischenstaatlichen Arbeitsgruppe zur Entwicklung verbindlicher Regeln für transnationale Unternehmen. Sie soll ein internationales Abkommen („UN-Treaty“) erarbeiten, das für die Vertragsparteien verbindlich ist, klare Regeln für Unternehmen schafft und den Betroffenen Klagemöglichkeiten eröffnet.

Da auch Deutschland die von der UN beschlossenen Nachhaltigen Entwicklungsziele unterzeichnet hat, setzen sich die Weltläden besonders für eine Umsetzung dieser UN-Ziele ein. Der Weltladen-Dachverband und das Forum Fairer Handel sind auch Partner in dem EU-Projekt „Trade fair, live fair“, in dem zahlreiche europäische Fair-Handels-Akteure gemeinsam zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen arbeiten.

Zum Weltladentag am 12. Mai starten die Weltläden in ganz Deutschland eine Unterschriftenaktion an die Mitglieder des Deutschen Bundestags, um sie daran zu erinnern, dass sich Deutschland dazu verpflichtet hat, sozial- und umweltverträgliche Produktionsweisen weltweit zu fördern.

Der Weltladentag ist der politische Aktionstag der Weltläden und findet immer am zweiten Samstag im Mai statt, in diesem Jahr schon zum 23. Mal.

In Darmstadt wird am 12. Mai um 11.00 Uhr im Weltladen – bei gutem Wetter vielleicht auch im Hof dahinter – der Orplid-Chor internationale Lieder singen.