Die Preise für Kakao steigen derzeit rapide an. Seit Beginn des Jahres 2024 haben sie sich mehr als verdoppelt, und über das vergangene Jahr betrachtet sogar mehr als verdreifacht. Diese Entwicklung wird vor allem durch die Situation in zwei der führenden Kakaoexportländer, der Elfenbeinküste und Ghana, beeinflusst. In der Elfenbeinküste, dem größten Kakaoexporteur, gab es einen drastischen Rückgang der Produktion im Vergleich zum Vorjahr (-32%). Auch in Ghana wird aufgrund der Krankheit „Black Pot Desease“ ein deutlicher Rückgang der Produktion erwartet. Trotz dieser Preissteigerungen profitieren die Kakaoerzeuger:innen jedoch kaum davon, denn die Preise wurden bereits vor Beginn der Erntezeit festgelegt.
In Anbetracht dieser Herausforderungen plant die ghanaische Vermarktungsbehörde Cocobod nun, den Kakaoerzeuger:innen mehr Geld zu garantieren. Dennoch bleiben diese weiterhin von Existenzsorgen bedroht. Zudem bleibt das Problem der Kinderarbeit bestehen. In Ghana und der Elfenbeinküste arbeiten 1,5 Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen im Kakaoanbau, da ihre Eltern sich keine bezahlten Arbeitskräfte leisten können. Um dieser Situation entgegenzuwirken, müssen die Kakaopreise deutlich erhöht werden, um den Kleinbäuer:innen ein existenzsicherndes Einkommen zu gewährleisten.
Es ist dringend erforderlich, faire und existenzsichernde Preise für Kakao zum Standard zu machen, denn die Hauptursache für Kinderarbeit im Kakaoanbau ist Armut und faire Preise sind ein wichtiger Schritt, um diesem Problem entgegenzuwirken. Im Rahmen einer Aktion des Netzwerks INKOTA sammeln wir vom Weltladen Darmstadt Unterschriften für faire Kakaopreise und gegen Kinderarbeit.
Die Petiotion kann auch online unterstützt werden:
Die Hintergründe zu Ernteausfällen, Lieferengpässen und Spekulationen mit Kakao können nachgelesen werden:
Bildnachweis: Narong Khuenkaew, Foto 16930695 auf https://de.vecteezy.com/
