Gescheiterte Abstimmung zur EU-Lieferkettenrichtlinie

Am 22. Oktober 2025 ist die Abstimmung im Europäischen Parlament zur EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) gescheitert. Eine Mehrheit für das Verhandlungsmandat kam nicht zustande – das Ergebnis einer destruktiven Blockadepolitik der Europäischen Volkspartei (EVP).

Die EVP hatte zuvor im Rechtsausschuss zentrale Bestandteile der Richtlinie massiv abgeschwächt: Haftungsregeln wurden gestrichen, der Geltungsbereich auf wenige Großkonzerne reduziert. Damit verlor die Richtlinie ihren Kern – den wirksamen Schutz von Menschenrechten und Umwelt entlang globaler Lieferketten.

„Anstatt Verantwortung zu übernehmen, hat die EVP die Richtlinie so kompromisslos ausgehöhlt, dass selbst Parteien der demokratischen Mitte und die Von-der-Leyen-Koalition nicht mehr zustimmen konnten. Dieses Ergebnis ist nicht Ausdruck fehlender Einigkeit – es ist die Konsequenz der Erpressungstaktik der EVP“, so Heike Drillisch von der Initiative Lieferkettengesetz. Sie fordert die demokratischen Parteien im EU-Parlament auf, rasch zu konstruktiven Verhandlungen zurückzukehren.

Der Weltladen Darmstadt unterstützt die Forderung nach einer starken und verbindlichen EU-Lieferkettenrichtlinie, die Unternehmen verpflichtet, Verantwortung für ihre globalen Lieferketten zu übernehmen.

Im November soll eine neue Abstimmung anberaumt werden.